Rudolf Borchardt (1877-1945) war kein gelernter, aber ein leidenschaftlicher Gärtner. Das hat er im italienischen Exil mit seiner praktischen Arbeit in vielen Villen-Gärten bewiesen. Sein Buch "Der leidenschaftliche Gärtner", das er 1938 im Exil schrieb, das aber erst postum 1951 erschien, ist, so schreibt er selbst, das Buch eines Humanisten, nicht eines Botanikers oder Gartenplaners. Sein Thema ist das Verhältnis des Menschen zur Natur, zur Pflanze, zur Blume. Seine Sprache ist von dem Wunsch beseelt, dieses komplexe Verhältnis in feinsten Nuancen darzustellen. Beides, Thema und Sprache, wirken wie aus der Zeit gefallen. Aber gerade diese Zeit-Losigkeit