Impressionen

naseweis

 

das frühjahr liegt auf eis
so bleibt es proppenfrisch
ein wenig blatt schon sticht
mit grünen spitzen: naseweis

es sind die glöckchen schnee
was bilden die sich ein
es liegt noch eis und weiß
die haben wohl nen dreh:

der schnee gerät zum kleid
kein bitterböser frost
erfriert der schönen horst
sie treiben aus bereits

entwachsen bald dem kleid
in scharen weiß erblüht
dem winter dank und rüg‘
dem frühjahr zugeneigt.

 

Leonhard Ehlen    14.01.2017

Reisen Schleswig-Holstein

Kurzreise ins Gartenreich Dessau-Wörlitz

 

Die diesjährige Kurzreise des Zweiges Schleswig-Holstein führt uns ins Weltkulturerbe „Gartenreich Dessau-Wörlitz“. Nicht allein die Wörlitzer Gärten, das Schloss und die Kirche Sankt Petri, in der Martin Luther predigte, stehen auf dem Programm, sondern auch die barocke Anlage Oranienbaum, das Rokoko-Ensemble Mosigkau, das Schlösschen Luisium.

 

Wir starten am Freitag, den 28. Juli 2017, um 11 Uhr per Reisebus am Hamburger Dammtorbahnhof und werden etwa um 15.30 das Schloss Mosigkau der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715-1780) erreichen. Der „Alte Dessauer“, Leopold I. von Anhalt-Dessau, schenkte seiner Tochter Anna Wilhelme das Gut Mosigkau wo sie ab 1752 ein Sommerschloss errichten und eine formale Gartenanlage entstehen ließ. Das Testament der Schlossherrin führte zu einem besonderen Glücksfall: Sie bestimmte Mosigkau zum Sitz eines „Hochadeligen Fräuleinstiftes“ in dem jeweils sechs unverheiratete Damen und eine Äbtissin protestantischen Glaubens ihren Lebensmittelpunkt finden sollten. Nach dem Tode der letzten Stiftsdame Jahre 1968 wurde das Anwesen zum „Gesellschaftsmuseum der Rokokozeit“ gewidmet. So konnte die 200jährige Ausstattung mit Möbeln, Bildern oder Uhren ebenso wie die umfangreiche Bildergalerie authentisch erhalten werden. Die Orangerie beherbergt – so sagt man - noch 250 Jahre alte Gewächse. Lassen wir uns bezaubern von „Grazie und Anmut“ des „Kleinen Sanssoucis“, wie das Schlösschen liebevoll genannt wird.

 

Am Sonnabend, den 29. Juli 2017, werden wir zunächst das bedeutendste erhaltene Barockensemble Mitteldeutschlands in Oranienbaum besuchen. Erbaut wurde es ab 1683 auf Veranlassung der niederländischen Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau, Henriette Catharina (1637-1708). Oranienbaum gilt als eines der Stammhäuser der niederländischen Königsfamilie. Die frühere niederländische Königin Beatrix besuchte Oranienbaum bereits zweimal. Orangenbäume zieren auch heute den formalen Garten am Schloss dessen weitläufiger Park auch den frühesten chinesischen Garten in Deutschland aufweist.  Das Schlossensemble gilt als Meisterstück niederländischen Barocks.

Nach diesem Ausflug ins Barockzeitalter brauchen wir nur 10 Minuten bis ins 18. Jahrhundert. Der Wörlitzer Park ist reine Gartenkunst im Sinne der Aufklärung, Wörlitz ist das perfekte Beispiel für die wohl spannendste Gartenepoche – er gilt als der erste Landschaftspark auf dem europäischen Kontinent.Zum Abschluss des Tageswerden wir das Ganze noch einmal aus der Höhe betrachten. Wir besteigen den Bibelturm der neugotischen Kirche St. Petri. Die Kirche und den harmonischen Vorplatz sahen wir schon auf unseren Parkrundgang. In St. Petri Martin predigte schon Martin Luther – so nähern wir uns gedanklich doch noch dem Lutherjahr, das vor allem im nahen Wittenberg anlässlich des 500sten Jahrestages des Thesenanschlags begangen wird.

 

Am Sonntag, den 30. Juli, nehmen wir Abschied vom Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Nach kurzer Fahrt erreichen wir die kleinere Ausgabe eines Landschaftsparks im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, das schon von den Zeitgenossen weithin berühmte Luisium:  Ein feiner kleiner Landschaftspark umgibt das bezaubernde Schlösschen. Erdmannsdorf entwarf das wohlproportionierte Schlösschen, das mehr einer Villa gleicht und auf einer Anhöhe platziert wurde, um vor Hochwasser der Elbe und der Mulde geschützt zu sein. 1774 begann der Bau. Eine vom Hochwasser zerstörte weiße Brücke wurde im letzten Jahr erneuert und macht den Rundgang auf den Wällen wieder perfekt. Vom Schlösschen aus laufen Sichtachsen in die umgebende Landschaft und hin zu den neugotischen Gebäuden der „Stuterey“ des Fürsten.

Die Innenausstattung des Schlösschens, von dem Vieles im Original erhalten ist, zeigt allegorische Decken- und Wandgemälde auf denen die Musen, Tugenden und Wissenschaften, gepriesen und exotische Früchte wie Ananas, Kürbisse, Pfefferstrauch und Granatapfel zur Schau gestellt werden. Mit diesem Kleinod nehmen wir Abschied vom Dessau-Wörlitzer Gartenreich, das noch viel mehr zu bieten hätte, und wenden uns wieder gen nach Norden…

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