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Foto: Kathrin Baumeister

Zweigreise zum Jardin des Plantes, dem Luxemburgpark und anderen Gärten

2025 begaben wir uns auf Zweigreise nach Paris. In gut 3 Stunden von Trier aus erreichbar, kamen einige nur für einen Tag mit. Wir anderen freuten uns über zusätzliche Ziele wie Giverny und den Park Bagatelle im Pariser Stadtwald.

Die Idee, gemeinsam berühmte Parks in Europa zu ergründen, hatten wir schon im Vorjahr mit dem Besuch der Königlichen Gewächshäuser von Laeken und den tollen Wassergärten von Annevoie umgesetzt.

Paris besitzt einige der ältesten und berühmtesten Gärten & Parks weltweit. Als Prestigeobjekte sind diese im Konkurrenzspiel der europäischen Hauptstädte entstanden. Bei Paris spielt die Lieblingsrivalin London eine besondere Rolle bei den Squares, der Gestaltung der öffentlichen Plätze.

Wir starteten mit dem ältesten Pariser Park, dem Jardin des plantes Dieser ist allerdings nicht „der“ Botanische Garten von Paris, sondern gehört offiziell zum Naturhistorischen Museum. Seine Geschichte beginnt 1626 als Medizingarten, doch schon 1635 konnte sich das Publikum an den Gewächsen erfreuen. Außer verschiedenen bepflanzten Parkbereichen sind die Museen berühmt.

Die Sammlungen der Galerie der Geologie und Mineralogie gehört zu den ältesten und renommiertesten der Welt und besitzt Marsmeteoriten, Riesenkristalle und unzählige Mineralien, es gibt eine Pflanzengartenbibliothek und die berühmte Grande Galerie de l'Évolution. Gewächshäuser zeigen bedeutende Pflanzen, die Tierausstellung zeigt sogar Flöhe und ähnliche Winzlinge. Die größeren Tiere des Jardin des Plantes erzählen gleichzeitig Pariser Geschichte: diese lebendige Sammlung wurde begonnen mit zurückgelassenen exotischen Wildtieren der Oberschicht. Etwas dekadent veranlagt, war es im 18. und 19. Jahrhundert Mode, sich exotische Wildtiere im Salon zu halten. In der französischen Revolution flohen ihre Besitzer:innen und so wurde der erste Zoo gegründet. In Krisenzeiten wurden die Tiere dann teilweise geschlachtet, um die hungernden Pariser:innen zu ernähren.

JardinPlantes fossiler Zypresse

In der zentralen Blickachse vom Seineufer aus werden in einer formalen Anlage 700 unterschiedliche Arten in perspektivischen Quadraten präsentiert. Zusätzlich werden jedes Jahr neue Themen in der saisonalen Bepflanzungen präsentiert. So gab es als wir dort waren dekorativ angeordnete Kürbisse, Zucchini und Gurkenpflanzen. Mein Highlight ist der 33 Millionen Jahre alte fossile Stumpf einer Zypresse aus dem Pariser Becken. Eine japanische Kirsche, die uns mit etwas dürren Ästen und 15m breitem flachem Wuchs verwunderte, soll im Frühling mit einem Blütenmeer beeindrucken. Zauberhaft ist immer der Alpengarten, eine andere Welt, zu dem ein versteckter Tunnel führt.

Wie in vielen Gärten hat dieser auf Kalkstein gegründete Park auch eine Erhöhung. Dort gibt es zudem ein Labyrinth in dessen Zentrum sich die Gloriette Buffon befindet, eine der ältesten Eisenarchitekturen – perfekt für ein Gruppenbild. Dieser Park ist ein Ort, an dem es immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt und einen der Charme von Paris fängt alle ein, die darin wandeln.

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Wir zogen allerdings weiter in den ehemaligen Schlosspark von Maria de Medici, den Jardin du Luxembourg. Auf dem Weg konnten wir als Trierer nicht an der Arena von Lutetia vorbei: dort sind Reste eines römischen Amphitheaters zu bewundern, eingebettet in eine kleine Gartenanlage mit Weinbepflanzung und umgeben von Wohnhäusern. Nach Rast in einem Straßencafé am Place de la Contrescarpe ging es in einen weiteren berühmten Park:

Der Jardin du Luxembourg ist zusammen mit den Tuilerien der Inbegriff des Pariser Gartens. Für die Menschen der Stadt ist er vor allem ein Ort, an dem alle sein können, sich erholen und das Leben genießen dürfen: Alte sitzen auf den Stühlen und beobachten die Besucher oder spielen Boule, Büroangestellte machen ihre Mittagspause, Touristen lesen ein Büchlein, um sich nicht so ganz als Touristen zu fühlen oder stellen schnell ein Bild der prächtigen Rabatte auf Instagramm. Kinder bekommen von Eltern, Tanten oder Kindermädchen ein Boot ausgeliehen, das sie auf den Wasserflächen fahren lassen, gehen ins Kasperletheater oder toben auf den Spielgeräten. Ein besonderer Ort, an dem zudem der französische Senat tagt, das Observatorium nahebei ist. Kunst und Kultur sind allgegenwärtig, viele Bücher nutzen den Park als Bühne und unzählige Filme wurden hier gedreht.

Unser Tag neigte sich dem Ende, unsere Tagesausflügler mussten an die Rückreise denken. Wir schauten uns noch die wilde Gartenanlage vor dem Cluny-Museum an, welcher der Palast der Mönche von Cluny war, aber vorher eine Thermenanlage und heute ein Museum mit den berühmten Wandteppichen der Dame mit dem Einhorn. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Da ich so oft von den öffentlichen Parks der Haussmann-Zeit gesprochen habe, schauten wir noch in den Square René Viviani. Dort konnten wir die älteste Robinie Europas betrachten, seinen Namen hat sie vom Apotheker und Gärtner Jean Robin und 1601 soll sie gepflanzt worden sein. Solche Ort sind für das öffentlichen der Städte wichtig. Wir verdanken sie dem 19. Jahrhundert und großen Debatte darüber, ob es überhaupt Sinn mache einen Park für alle Menschen der Stadt zu öffnen. Würden die Menschen nicht alles zertrampeln und die Blumen einfach wegpflücken? Das Vertrauen in die Bevölkerung siegte - ein gutes Beispiel wie wichtig es ist etwas zu wagen und ein gutes Konzept, denn bis heute sorgen unendlich viele Bänke oder Stühle in Paris dafür, dass sich die Besucherinnen oder Bewohner, groß oder klein, arm oder reich einfach hinsetzen und erholen können.

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